Fremdschämen
Endlich mal wieder eine Marke, die mich nicht nur mit Haarprodukten, sondern auch mit einer ordentlichen Portion Moralpredigt versorgt.
Ich wollte eigentlich nur Shampoo und Conditioner kaufen. Stattdessen bekomme ich eine ganze Therapie-Session über Inklusivität, Happy Hair Days und dass die Marke „der Ort“ sein möchte, den ich aufsuche, wenn es um schöne Haare geht. Herzlichen Glückwunsch – ich habe jetzt einen Friseur mit Identitätskrise.
Die Mission hinter jedem meiner Lieblinge? Ernsthaft? Es sind Haarprodukte, keine Adoptivkinder. Ich brauche keine „Lieblinge“, ich brauche etwas, das nicht nach drei Wochen die Farbe aus meinen Haaren frisst und nicht 28 Euro kostet, weil es mit so viel Liebe zum Detail und Inklusions-Gequatsche entwickelt wurde.
Besonders stark fand ich den Satz: „Ich feiere Inklusivität, indem ich meine Produkte für alle Haartypen entwickelt habe.“
Wow. Revolutionär. Die meisten anderen Marken haben das offenbar nur für bestimmte Haartypen gemacht und den Rest der Menschheit bewusst ausgegrenzt. Danke, dass du uns alle rettest.
Ich persönlich feiere Inklusivität, indem ich Produkte kaufe, die funktionieren – unabhängig davon, ob der Gründer gerade seinen täglichen Selbstverwirklichungs- und Diversitäts-Höhepunkte hatte.
Fazit: Die Verpackung ist hübsch, das Marketing ist ein einziger woke-esoterischer Schwurbeltext. Fremdschämen!
Nächstes Mal einfach die Haare pflegen und die Psychotherapie weglassen. Danke.
