Verarbeitungsmängel ohne Ende
Was ich beim Kauf meines neuen Karmann Dexter 570 nicht wusste: Der „Hersteller Karmann“ existiert nur als Angabe in meinem Kaufvertrag. Bei „Karmann-Mobil“ handelt es sich lediglich um einen Markennamen der Eura Mobil GmbH. Hersteller des Wohnmobilausbaus ist die Firma Perigord VDL aus Frankreich. Leider sind Fertigungsqualität und Kundenservice auch für französische Verhältnisse ungenügend: Nach der Überführung sind mir zunächst eine niedrige Ruhespannung der Starterbatterie und fortgeschrittene Korrosion unter dem Fahrzeug im Bereich der Achsen aufgefallen, also viel Rost an Bremsanlage, Hilfsrahmen, Querlenker etc. Diese Standschäden sind u.a. darauf zurückzuführen, dass mein „Neufahrzeug“ bei Erstzulassung bereits 18 Monate alt war, was ich später erfahren habe. Garantieleistungen bezüglich dieser Schäden lehnte der Eura Kundenservice am 28.03.25 ab. Das serienmäßige Solarmodul lieferte keinen Strom, da eines der Kabel nicht am Regler angeschlossen war. In diesem Zusammenhang habe ich auch festgestellt, dass die Hohlschraube der Dachdurchführung des Solarkabels lose war und so das Eindringen von Feuchtigkeit begünstigte. Außen am Fahrzeug begann sich nach wenigen Monaten die zweischichtige Folierung neben den Fenstern zu lösen, und zwei Fensterrahmen waren so weit von der Karosserie entfernt, dass man einen Kunststoffspachtel dazwischen schieben konnte. Ebenfalls lose waren die Schrauben der mit nur einer Gummidichtung montierten Außensteckdose, da diese bei der Montage überdreht wurden. Da herstellerseitig billige Mineralfasermatten als Dämmmaterial verwendet wurden, sind Nachlässigkeiten bei der äußeren Abdichtung zusätzlich problematisch. Kommen wir nun zum Innenraum: Auf Grund der mangelhaften Passgenauigkeit einzelner Möbelelemente in der Nasszelle endeten einzelne, der allesamt unsauber ausgeführten, Dichtungsfugen auf halber Strecke, weil die Spalten zu breit wurden. Ein Bereich neben der Duschwanne wurde wegen eines zu breiten Spaltes überhaupt nicht abgedichtet. Später ist der zu kurze Abwasserschlauch des Klappwaschbeckens gerissen. Auf das passende Ersatzteil habe ich länger als ein halbes Jahr gewartet. Direkt unterhalb des gerissenen Schlauchs ist übrigens die elektrische Platine der WC-Spülung verbaut, natürlich ohne jeglichen Feuchtigkeitsschutz. Später sind mir noch Risse im Ablauf der Duschtasse aufgefallen. Auf eine Reparaturzusage für die Duschtasse warte ich seit Monaten. Unter dem Küchenblock sind die Bohrungen in der Bodenplatte für die Wasserleitungen nicht abgedichtet. Im Falle einer defekten Leitung wird Wasser daher durch die Bodenplatte zum Fahrzeugboden gelangen. Eine lose Wasserarmatur, ungleichmäßige Ausrichtung der Schubladen und abfallende Anschlagpuffer sind dagegen nur Kleinigkeiten. Ärgerlich an dem nicht sonderlich hochwertig gefertigten und klappernden Möbelbau sind unzählige Klebepunkte zur Schraubenabdeckung im Holzdesign, die alle nach einiger Zeit abfallen. Die Ersatzlieferung erfolgte ein Jahr nach Beanstandung. An einer Seitenverkleidung im Innenraum, der Verkleidung der Schiebetür und den beiden Hecktürenverkleidungen aus Kunststoff haben sich Risse gebildet, überwiegend ausgehend von den wohl zu fest angezogenen Befestigungsschrauben. Das herstellerseitig verbaute Ansaugrohr im Frischwassertank ist so kurz, dass die Wasserpumpe bereits Luft ansaugt, wenn der Füllstand noch mit 15% angezeigt wird. Zur Verlängerung hat mein Händler ein Stück Schlauch auf das Rohr gesteckt. Nach ein paar Monaten habe ich bei der Revision des Frischwassertanks festgestellt, dass der Schlauch mit schwarzem Biofilm oder Schimmel überzogen ist und die unsachgemäße Verlängerung des zu kurzen Saugrohrs dem Eura-Kundenservice gemeldet Dieser schreibt mir am 20.05.26: „Da es sich in dieser Angelegenheit nicht um den werkseitigen Auslieferungszustand handelt, können wir leider in dieser Sache keine Stellung beziehen.“ Das gilt übrigens auch für meine ab dem 21.10.25 gestellten Garantieanträge bis heute (Stand 06.06.26).








