Fragwürdiger Umgang mit Datenschutz und Tester-Risiken
K&K Mystery Shopping & More GmbH hat ein Mystery-Shopping-Projekt ausgeschrieben, bei dem Tester Hotline-Gespräche mit Mobilfunkanbietern führen und diese über eine App transkribieren sollen – ohne Wissen oder Zustimmung der angerufenen Call-Center-Mitarbeitenden.
Als jemand, der selbst in einem Call-Center arbeitet, halte ich dieses Vorgehen für rechtlich höchst problematisch, insbesondere hinsichtlich der Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes (§ 201 StGB) und dem Datenschutz. Die heimliche technische Erfassung eines Telefongesprächs ist kein Bagatelldelikt und kann drastische Strafen nach sich ziehen.
Besonders enttäuschend: Auf den Hinweis, dass keine Zustimmung der betroffenen Mitarbeitenden vorliegt und dass dieses Vorgehen erhebliche rechtliche Risiken aufweist, wurde kein sofortiger Stopp zugesagt. Stattdessen hieß es lediglich, man müsse dies prüfen und werde sich nächste Woche zurückmelden.
Von einem professionellen Anbieter hätte ich erwartet, dass ein solches Projekt gar nicht erst angenommen oder ausgeschrieben wird. Spätestens nach meinem Hinweis hätte unverzüglich gehandelt werden müssen – auch, um Tester nicht in eine Situation zu bringen, in der sie möglicherweise unwissentlich (straf-)rechtliche Risiken eingehen.
Dass dies erst „geprüft“ werden muss, spricht für mich für ein problematisches Rechts-, Verantwortungs- und Datenschutzverständnis.
Für mich ist das kein professioneller Umgang mit sensiblen Gesprächsinhalten, personenbezogenen Daten, den Rechten von Call-Center-Mitarbeitenden und der Verantwortung gegenüber den eigenen Testern.


