Finger weg von dem Laden!!!
Wir haben in diesem Online-Shop große Fliesen (120x120) bestellt. Als wir sie auspackten, mussten wir leider feststellen, dass 8 von 10 Fliesen beschädigt und einige sogar ganz zerbrochen waren. Auch die Verpackung war ein Witz, nur ein Pappkarton ohne Eckenschutz oder sonstiges. Wir haben den Schaden dann dem Shop gemeldet. Ceramishop.de weigerte sich, uns das zu ersetzen oder das Geld zu erstatten, weil auf dem Lieferschein nicht ausdrücklich handschriftlich neben der Unterschrift "Annahme unter Vorbehalt der Kontrolle" stand und wir den Schaden erst nach 9 Tagen gemeldet haben. Außerdem ließ der Spediteur den Lieferschein von einem Arbeiter auf der Baustelle unterschreiben, der kein Deutsch spricht. Jetzt heißt es, dass wir einfach auf den Kosten sitzen bleiben müssen (860€). Dieser Vermerk auf dem Lieferschein ist sinnlos, denn nach § 434 BGB handelt es sich um einen Sachmangel und da wir den Schaden recht schnell gemeldet haben (ja, 9 Tage reichen völlig aus), gilt nach § 477 BGB die gesetzliche Vermutung, dass der Schaden schon bei der Übergabe vorhanden war. Fazit, meiner Erfahrung nach ist dieser Onlineshop leider sehr kundenunfreundlich, da beschädigte Ware nicht ersetzt oder erstattet wird, die Fliesen werden einfach in den LKW reingeworfen ohne ordentliche Verpackung und niemand fühlt sich verantwortlich, wenn die Ware kaputt geht. Ich habe im gleichen Zeitraum viele Fliesen bei anderen Onlineshops bestellt, diese Erfahrung habe ich dort nicht gemacht. Die Fliesen waren sehr ordentlich verpackt, und niemand hat uns gebeten, irgendwelche Notizen von Hand auf den Lieferschein zu schreiben.
Update als Antwort auf die Stellungnahme von Ceramishop.de:
Leider finde ich die Antwort des Unternehmens irreführend. Es ist richtig, dass der Schaden erst 9 Tage nach der Lieferung gemeldet wurde - das liegt daran, dass die Lieferung an eine Baustelle erfolgte und nicht direkt von mir angenommen wurde. Es war daher praktisch unmöglich, einen handschriftlichen Vermerk auf dem Lieferschein zu machen, und ich habe den Händler darüber informiert. Dies ist keine ungewöhnliche Konstellation im Online-Handel mit Baustellenware.
Trotzdem liegt rechtlich ein Sachmangel vor (§ 434 BGB), und innerhalb der ersten 12 Monate gilt laut § 477 BGB die gesetzliche Vermutung, dass der Schaden bereits bei Übergabe vorhanden war. Die Aussagen des Händlers widersprechen somit geltender Rechtslage.
Ich habe nur die Rückerstattung der beschädigten Ware und der anteiligen Lieferkosten verlangt, was absolut angemessen ist, da nur 2 von 10 Fliesen unbeschädigt geblieben sind. Diese beiden Fliesen habe ich aus Kulanz behalten, obwohl ich rechtlich einen Anspruch auf volle Rückerstattung hatte. Dass der Händler dies nun als „unzulässig“ darstellt, ist einfach unsachlich.
Meiner Meinung nach war die Verpackung unzureichend, wie die Fotos der beschädigten Ware zeigen. Die Tatsache, dass der Einzelhändler auf Verpackungsnormen verweist, ändert nichts an dem konkreten Schadensfall. Ich bleibe bei meiner Bewertung und hoffe, dass sich andere Kunden dadurch ein realistisches Bild machen können.
Letztes Update: Nach einem langwierigen und leider sehr unangenehmen Schriftwechsel und einem PayPal-Konflikt hat mir der Ceramishop.de nun den geforderten Betrag zurückerstattet. Die Erstattung erfolgte jedoch erst, nachdem ich rechtliche Argumente vorbringen und öffentlichen Druck aufbauen musste. Eine faire und kundenorientierte Lösung war meiner Meinung nach nicht freiwillig, sondern wurde nur unter Druck erreicht.
May 16, 2025
Unprompted review